

Geschichtliche Entwicklung der Holzpellets
Ein Flugzeugingenieur entwickelte, so ist auf der Webseite des Deutsches Pelletinstituts (DEPI) zu lesen, in den 1980er Jahren den ersten automatischen Ofen, der mit Holzpellets aus gepressten Spänen befeuert wurde. Seitdem ist der Rohstoff Holz im wahrsten Sinne salonfähig und erlebt als moderner Energieträger eine Renaissance.
Ausgelöst durch die weltweite Ölkrise in den 70er Jahren suchten Erfinder verstärkt nach alternativen und kostengünstigeren Energiequellen. Pellets aus gepressten Sägespänen und anderen Holzresten waren bereits aus industriellen Anlagen ein bekannter Brennstoff. Mitte der 70er Jahre entstand eine erste Pelletfabrik im US-Bundesstaat Oregon. Es wurde nach Möglichkeiten gesucht, wie mit den kleinen Sticks auch das heimische Wohnzimmer komfortabel und automatisch beheizt werden könnte.
Der amerikanische Flugzeugingenieur Jerry Whitfield aus Seattle beschäftigte sich seit längerem in seiner Freizeit mit der Frage, wie eine umweltfreundliche Holzheizung genauso komfortabel wie eine Öl- oder Gasanlage betrieben werden könnte. 1983 entwickelte Whitfield den ersten Pelletofen für den privaten Gebrauch. Seinen Prototyp präsentierte er 1984 auf einer Messe in Nevada. Mit Erfolg: Er überzeugte über 1.000 Interessenten mit seiner Idee und verdeutlichte, dass Heizen mit Holz nicht mit immer mit schweißtreibendem Holzhacken gleichzusetzen ist.
In Europa entwickelte sich der Pelletmarkt zunächst in den Ländern, die historisch eng mit dem Rohstoff Holz verknüpft sind. Schweden gilt demnach als Vorreiter in Sachen Holzpellets, dicht gefolgt von Dänemark. In den meisten Ländern wurden Pellets Anfang der 90er zunächst in Großanlagen eingesetzt und erst nach und nach für den privaten Gebrauch entdeckt. Mitte der 90er Jahre fanden die österreicher Gefallen an dem Brennstoff und danach dauerte es nicht mehr lange, bis Pellets auch in Deutschland für Wärme sorgten.
Heizen mit Pellets in Deutschland
Bereits 1996 wurden Holzpellets in Deutschland als Brennstoff zugelassen, konnten sich jedoch erst 1998 am deutschen Markt etablieren. Mehr als 65 Pelletproduzenten, 200 Pellethändler und 85 Kessel- und Ofenhersteller bieten heute Produkte für das Heizen auf hohem technischen Niveau. Das Angebot reicht von Kaminen im Wohnraum über Zentralheizungen bis hin zu Großanlagen in Schwimmbädern oder Industriegebäuden. Anfang 2009 wurde die 100.000 Pelletheizung eingeweiht. Weitreichende Förderprogramme und ein hoher Heizkomfort sorgen dafür, dass die Erfolgsgeschichte der Holzpellets weiter andauert. Für 2011 erwartet das DEPI die Inbetriebnahme der 165.000 Pelletfeuerung.